Blogparade: Meine persönliche Art der Weiterbildung

Blogparade zu Weiterbildung

Wir nehmen an einer Blogparade1 teil. Thema ist Meine persönliche Art der Weiterbildung (weiterbildungsblogger.de).

Wir haben dazu mal von unseren zwei Bloggerinnen und mir die Meinungen gesammelt. Unabhängig voneinander haben wir die folgenden Auszüge geschrieben. Gemeinsam gibt es unten eine Quintessenz.

Zuvor die Definition von Wikipedia2:

Erwachsenenbildung (Weiterbildung) wird definiert als „Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase“.[1] und ist heute weitgehend kooperativ gestaltet.

Weiterbildung sind alle Aktivitäten, die der Vertiefung, Erweiterung oder Erneuerung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen dienen, die eine erste Bildungsphase abgeschlossen haben und in der Regel erwerbstätig waren oder in der Familie gearbeitet haben.[2][3]

Die Begriffe Erwachsenenbildung, Weiterbildung und Andragogik werden in der Fachliteratur zunehmend synonym, in einzelnen Artikeln auch additiv verwendet.[4]

Fortbildung hingegen bezieht sich einschränkend auf ergänzende und fortlaufende Ausbildung in einem erlernten Beruf, beispielsweise das Erlernen einer zusätzlichen Methode, oder die Ausbildung zum Meister oder Techniker.

Rahel Obergfell schreibt:

Weiterbildung – Was bedeutet das für mich?

Per Definition hat Weiterbildung also nichts mit einem direkten vorankommen in einem bestimmten Bereich zu tun. Alle Kurse, welche direkt auf das Berufsfeld aufbauen und entsprechend einen höheren Abschluss zu erreichen werden als Fortbildung bezeichnet. Weiterbildung ist meist nur eine Ergänzung wie zum Beispiel ein Computerkurs oder ein Schreibkurs.

Meine persönliche Art der Weiterbildung?
Ich bin der Typ learning by doing. Wenn ich etwas nicht verstehe wird erst einmal ausprobiert. Wenn dann wirklich gar nichts mehr geht werden Kollegen oder das Internet befragt. Meist handelt es sich hier um die Bedienung von Programmen.

Für Weiterbildungen einen Kurs zu belegen macht für mich nur bei Sprachen oder ähnlichem Sinn, oder wenn man mit dem Programm noch nie etwas zu tun hatte. Das meiste kann über das Internet oder über probieren gelöst werden.

Ansonsten bin ich mehr der Typ für Fortbildungen. Also in meinem Berufsfeld weiter zu kommen und auf dem neusten Stand zu sein.

Heike Neudeck schreibt:

Weiterbildung - das klingt für mich erst einmal sehr hochgestochen. Machen wir doch im ersten Schritt zwei Worte daraus: "weiter" und "Bildung". Also etwas, was mich weiter bringt - weiter als ich jetzt bin, weiter im Bezug auf Bildung und Wissen.

Für mich persönlich ist Weiterbildung die Aneignung von weiterem Wissen. Somit braucht es für eine Weiterbildung keine VHS, keine Universität, kein Seminar, keine ausgebildete Lehrperson, sondern nur eine Person, die etwas weiß, das ich noch nicht weiß.
Als Kind sagte ein Erwachsener zu mir: "Heike, du hast zwei Ohren aber nur einen Mund. Überlege mal, warum." Zuhören ist wichtiger als selber reden. Denn nur wer zuhört, hört und erfährt neues Wissen.

Ich glaube, man kann sich jeden Tag zu jeder Tageszeit weiterbilden. Durch das Internet ist Wissen jederzeit verfügbar. Aber natürlich auch im Beruf: das kann ein neues Computerprogramm sein, eine neue Aufgabe oder eine neue Zuständigkeit. Es kann ein Text über ein Thema sein, über das ich bisher noch nicht so viel wusste. Es kann ein unbekannter Begriff sein. Oder auch mal ein Text in einer Sprache sein, die nicht meine Muttersprache ist.

Jeder Mensch in meinem Umfeld hat einen anderen Werdegang / einen anderen Background. Manchmal hilft es auch die andere Person mal nicht zu unterbrechen, ihr Nachfragen zu stellen und der Person einfach mal zu zu hören.

Dein Kollege kennt sich mit Datenschutz aus und ist ein Computerfreak? Super, hör´ ihm zu und lass´ dir deine Fragen beantworten. Du hast jemanden an der Hand, der über sein Lieblingsthema redet.

Manchmal ist es auch dein Chef, deine Mitbewohnerin, dein Kollege aus dem Sportverein, die Bäckereiangestellte, die Nachbarin oder der Freund einer Freundin, die dich mit einem Thema "infizieren". Dieses Thema lässt dich nicht mehr los. Du findest dann in Gesprächen, durch das Lesen von Fachtexten und Blogeinträgen und durch Nachforschungen mehr zu dem Thema. Wenn dir das alles nicht mehr reicht, kannst du zu Seminaren, Vorlesungen oder Community-Treffen des Themas gehen und dich dort mit anderen Interessierten weiterbilden. Ein Teil, der nicht zu unterschätzen ist, ist das Netzwerken auf solchen Treffen. Das beste Wissen bekommt man selten aus einem Buch; es ist meistens besser sich mit einer Person zu unterhalten und ihr zu zu hören, wie diese Person mit Passion von eurem Thema spricht.

Aber an erster Stelle zur Weiterbildung steht immer: Neugier.
Die Neugier und das Interesse daran verstehen zu wollen, wie und warum etwas funktioniert. Der Wunsch mehr zu wissen als jetzt.

Es hilft dabei ungemein, wenn man keine Angst davor hat, Fragen zu stellen und sich eingestehen kann, dass man einen Teil des Themas noch nicht verstanden hat. Da andere viel besser schreiben als ich, schließe ich meinen Kommentar mit den Worten eines anderen.

François de La Rochefoucauld:
"Der Wunsch klug und tüchtig zu erscheinen, hindert uns oft, es zu werden." 

Christopher J. Schmidhofer3 schreibt:

Weiterbildung ist für mich etwas, das effektiv gestaltet werden muss. Es gibt heute eine Flut an Informationen und Wissen. Vieles davon ist frei zugänglich4. Die Schwierigkeit liegt in der Auswahl des passenden Angebots und der passenden Weiterbildung. Mein Weg dahin ist der Besuch von Impulsvorträgen und Barcamps. Dort kann ich mir einen Überblick über aktuelle Themen verschaffen und mir raussuchen, wo ich tiefer einsteigen möchte. Bei diesen Themen stehen dann Recherchen an: Was gibt es im Internet zu lesen? Kenne ich jemanden, der das Thema gut kennt? Wie kann ich üben? Gibt es ein konkretes Projekt, für das ich das neue Wissen gleich anwenden kann bzw. es5 bei der Anwendung leichter lernen und vertiefen kann? Bei aktuellen und neuen Themen findet man oft Screencasts und ähnliches.

Du siehst schon, ich möchte gerne in meiner gewohnten Umgebung an meinem Digitalgerät Weiterbildung erfahren. Am besten auch gleich mit praktischen Übungen. Es darf nicht zu lange dauern, muss Spaß machen und hinterher muss ich das Gefühl haben, richtig was gelernt zu haben. Diese Mischung gelingt mir am besten in persönlichen Szenarien - also ich und eine andere Person beschäftigen uns gemeinsam konzentriert mit einem Thema. Idealerweise ergänzen sich unsere Fähigkeiten. Probleme bekomme ich dann, wenn ich mich zu langsam im Verstehen fühle oder der Partner mir über weite Strecken zu langsam ist. Dann nimmt meine Motivation stark ab. Den richtigen Partner für ein bestimmtes Thema finden, ist nicht immer einfach.

 

Bei drei Personen sind drei Meinungen das Ergebnis - Rahel macht "Learning by doing", Heike will von Experten persönlich lernen und Christopher will digital oder mit einem einzigen Lernpartner weiterkommen. Die Unterschiede in der Ausrichtung spiegeln sich auch in der Persönlichkeit wider. Weiterbildung ist also eine sehr individuelle Sache und damit schwer zu generalisieren - oder befinden wir uns hier auf dem Holzweg?

Was ist deine Meinung dazu? Wann ist es bloßes Interesse? Wo fängt bei dir Weiterbildung an? Wie lernst du am besten? Worin möchtest du dich noch bilden?

  • 1. Bei einer Blogparade gibt ein Blogger ein Thema vor und begeistert andere davon, etwas zu diesem Thema zu schreiben. So kommen zu einem Thema verschiedene Sichtweisen zusammen und gleichzeitig lernst du neue Blogs kennen.
  • 2. Wikipedia: "Erwachsenen- und Weiterbildung" https://de.wikipedia.org/wiki/Weiterbildung [Stand: 31.03.2014]
  • 3. Findet Ihr es auch komisch, von euch in der dritten Person zu schreiben?
  • 4. und das ist gut so!
  • 5. das Wissen

Kommentare