Eine ganze Kindheit lang Ferien auf dem Bauernhof

Erdbeeressen auf dem Feld

Für viele Kinder ist es ein Erlebnis die Ferien einmal auf einem Bauernhof zu verbringen:
Kühe streicheln, melken, füttern. Was für ein Gefühl morgens erst die Kuh zu melken, um seine Schokoladenmilch zum Frühstück zu bekommen. Erst einmal zu den Hühnern in den Stall und dann ein leckeres Frühstücksei essen.

Für manche Kinder ist das aber keine Besonderheit. Denn diese Kinder verbringen die ganze Kindheit auf dem Bauernhof. Denn Kinder von Bauern wohnen auf dem Bauerhof.

"Bauer" wird in der heutigen Zeit oft als Schimpfwort gebraucht. Dabei ist es ein Job wie jeder andere. Da der Job eines Bauers ein 24 Stunden-Job ist, werden ihre Kinder im Alltag mit eingespannt. Bei Engpässen und spontan anfallender Arbeit werden die Kleinen auch mal spontan eingespannt. Da müssen die Kinder auch mal eine Verabredung absagen. Auch wenn die Eltern natürlich möchten, dass die Kinder ihre Freizeit haben, müssen die Kinder oft zurückstecken. Den Personen auf den auf Bauerhöfen bleiben oft wenig Zeit für Freunde und Hobbies, denn Aufgaben auf dem Hof haben oberste Priorität. Dafür wissen diese Kinder später einmal, was es heißt zu arbeiten, richtig mit an zu packen und dass man manchmal so lange arbeitet, bis das Ziel erreicht ist. Die Bauernkinder sind im Arbeitsleben oft mehr und besser belastbar als andere.

Andere Vorteile dieser Kinder:
Diese Kinder wissen, woher ihr Essen kommt. Sie werden sich nicht über den Lärm der großen Traktoren aufregen oder über den Gestank des Mistes, der auf dem Feld als Dünger genutzt wird. Sie wissen, dass auch das Fleisch aus dem Supermarkt einmal ein echtes Tier war und auf einem Hof gelebt hat. Und noch etwas wissen Bauernhofkinder ganz gewiss: Kühe sind nicht lila. Natürlich heißt das nicht, dass alle Kinder, die nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen sind, diese Sachen nicht wissen.

Auf der einen Seite möchten viele Bürgerinnen und Bürger heutzutage regionale Produkte, auf der anderen Seite möchten sie alle Produkte zu jeder Jahreszeit haben. Diese beiden Wünsche zusammen zu erfüllen ist nicht immer möglich, z.B. regionale Kirschen im Winter zu bekommen.
Durch Ferien oder Praktika auf dem Bauernhof kann Kindern, die nicht auf dem Bauernhof aufwachsen, ein besseres Verständnis für Ernährung aus der Region beigebracht werden: was ist wann und wo zu finden.
Kinder erfahren so zum Biespiel, dass der Spargel im Dezember kein regionaler sein kann. Dieser kommt meist aus Chile oder aus einem anderm Land, da er zu dieser Jahreszeit in Deutschland nicht wächst.

Schicken Sie Ihre Kinder in den Ferien auf den Bauernhof? Waren Sie als Kind selbst in solchen Ferien? Was ist Ihnen davon in Erinnerung geblieben? Oder ist das alles eine "Romantisierung" der Landwirtschaft?