"Vertrauen ist die wichtigste Währung" - Krude Gedanken

Aus der Reihe: Krude1 Gedanken (Erstbesucher lesen bitte zuvor die Erklärung zu dieser Kategorie).

Vertrauen (wird?) ist  die wichtigste Währung (die wichtigste Ressource im guten Umgang miteinander). Wie können wir Vertrauen aufbauen, ohne gegen Lügner zu verlieren? (Klar, langfristig gewinnt man [immer?] mit Ehrlichkeit, aber kurzfristig fahren andere die Gewinne ein, was deine Ressourcen schon mal an den Rand bringen kann). Und dann ist da noch die Informationsflut, hinter der sich so herrlich versteckt werden kann, weil ja niemand mehr die Kraft hat sich im notwendigen Umfang zu informieren, geschweige denn überhaupt den Wahrheitsgehalt der Informationen zu bewerten. Dann geht man ja auch noch oft davon aus, dass eine der veröffentlichten Informationen schon richtig sein wird, man muss 'nur' die richtige rausfinden. Was aber wenn keine davon richtig ist? Man veröffentlicht also einfach viele Falschinformationen und die richtige versteckt sich nicht darunter, sondern die ist gar nicht veröffentlicht. Und alle laufen kopflos herum und diskutieren laut über lauter Unwahrheiten, während schon die nächste Lüge vorbereitet wird. Also, Vertrauen brauchen wir. Aber wie kann Vertrauen so aufgebaut werden, dass es sicher ist. Dass keine Enttäuschung kommt. Dass Verleumdungen und Unwahrheiten das Vertrauen nicht erschüttern, aber auf der anderen Seite das Vertrauen nicht blind macht. Mit offenen Augen2 wollen wir durchs Leben gehen, möglichst viel Vertrauen haben können ohne uns mit Informationen überfluten zu müssen und trotzdem, das muss man ja zugeben, brauchen wir auch mal eine Enttäuschung, um uns nicht bequem werden zu lassen. Denn der Bequeme wird unbequeme Wahrheiten, selbst wenn er an Sie rankäme, möglichst lange ignorieren. Wer gibt schon freiwillig seinen bequemen Sessel auf? Wer macht sich schon Gedanken, wenn er Spaß haben kann? Wer will schon Xanthippe oder Querulant sein, wenn Anpassung doch viel mehr Sympathien bringt? Aber brauchen wir nicht Querköpfe um die unangenehmen, unbequemen Fragen zu stellen? Brauchen wir die Aufscheucher, die hartnäckigen, die Erbsenzähler und sollten wir diesen Helden der Unbequemtheit nicht viel mehr zu hören. Ob wir diesen Recht geben oder nicht, ist eine andere Frage, aber unser Denken lösen, unsere Bequemlichkeit aufbrechen, das sollten wir. Es gibt heute immer noch Hunger auf der Welt, weil wir alle zu bequem sind, das Problem anzupacken. Wir lassen uns einlullen von unserem Leben, spenden zur Gewissensberuhigung und lachen weiter wie bisher. Bilder ausgemergelter Kinder schocken kaum noch, und wenn, dann schlägt sich das nur in der Höhe der Spende nieder. Ob dir das gefällt3 oder nicht, ist den Verlierern in unserer Menschheit auch egal. Menschlichkeit ist auch nicht mehr das, was es mal war. Was ist Menschlichkeit überhaupt? Reicht Menschlichkeit von hier bis zum Nachbarn, oder ist das Nachbarschaft und Menschlichkeit umfasst die ganze Menschheit. Das stelle man sich mal vor: Wir bezeichnen uns erst dann wieder als menschlich, wenn es keinen Hunger mehr auf der Welt gibt, alle ein Dach über dem Kopf und was zum anziehen haben. Dazu müssten wir aber z.B. mal darüber reden, wie es sein kann, dass über 50% des produzierten Essens weggeworfen werden4567. Oder warum Deutschland an Waffen8 so gut verdient, dass es sicherlich wenig Interesse an globalem Frieden hat. (Ist das mit Erwachsen werden gemeint? Die Abkehr von "Ich wünsche mir Frieden auf der ganzen Welt" hin zu [bitte selbst ersetzen]). Aber regen wir uns lieber über ein Tor mehr oder weniger auf, beim allwöchentlichen angeschauten Spiel9 (!) - da darf wenigstens wieder Kindlichkeit ausgelebt werden. Wie wäre es mit der Entwicklung von echten Lösungen für reale Probleme statt der nächsten App für den eigenen Geldbeutel. #firstworldproblems heißt das im Hashtag auf Twitter - eine Sammlung der wa(h)ren Probleme dieser unserer Welt, aus der wir so erfolgreich einen Großteil der Menschheit ausschließen10. Und nein, ich bin da nicht besser. Ich spende nichtmal, weil ich kein Vertrauen in die Organsiationen habe. Da liest man ja auch nichts gutes drüber, das Geld versickert an unaussprechlichen Stellen.

Vertrauen - wie finde ich dich wieder für die guten Lösungen der großen Probleme?