Sport? - Ja, Bitte!

In den letzten dreißig Jahren hat sich die Zahl der fettleibigen Menschen auf eine halbe Milliarde verdoppelt. Männer mit Normalgewicht (und dünner?) sind ab Mitte 20 schon in der Minderheit; bei Frauen überwiegt das Übergewicht erst ab dem Alter zwischen 55 und 60 Jahren. So geht es aus dem Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hervor. Bei Kinder und Jugendlichen sind es deutschlandweit 1,1 Millionen, die als übergewichtig gelten.

Ein Grund für diese Zahlen ist die mangelnde Bewegung und die stark abnehmende Begeisterung für Sport. Job, Schule, Karriere, Freizeit, Freunde sind oft flexibler und wichtiger als ein Sportverein. In der schnelllebigen Zeit einen festen Termin zu haben um zu schwitzen? - Das passt nicht in der Zeitplan!
Spontan laufen gehen, Fahrrad fahren oder einfach nur spazieren gehen? - Wie langweilig!
In Sportvereinen geht es doch eher darum zu festen Zeit und eben nicht spontan Aktivitäten zu machen. Spontan Fahrrad zu fahren ist doch eher private Idee. Auch die Idee selbstständig in der Freizeit die Joggingschuhe anzuziehen und loszulaufen, zur Arbeit mit dem Rad zu fahren oder mal spazieren zu gehen, lässt manche eher schreckhaft zucken.

Wenn man aber bedenkt, dass Übergewicht und vor allem Fettleibigkeit die Lebenserwartungen um bis zu acht Jahren verringert, sollte überlegt werden, ob sich die Investition von etwas Zeit für ein bisschen Sport nicht doch lohnt. Diese Überlegung ist bereits bei den Kindern zu finden. Sein Kind ständig beim Sportunterricht zu entschuldigen, weil es keinen Sport mag, ist sicherlich keine Lösung. Zumindest diese schulische Möglichkeit sollte genutzt werden, um dem Kind ein bisschen Bewegung zu ermöglichen.

Was aber, wenn man im Berufsleben steht? Man ist den ganzen Tag im Job und nach Feierabend freuen sich die meisten erst einmal auf´s Nichtstun. Sich jetzt noch aufzuraffen um in den Sportverein zu fahren oder zum Sport an der frischen Luft oder ins Fitnessstudio - das fällt vielen sichtlich schwer.
Aber auch hier sollten die Erwachsenen den Kindern ein Vorbild sein.
Vielleicht gibt es ja Kollegen, denen es auch so geht. Warum nicht eine Lauf-, Walking- oder Schwimmgruppe in der Arbeit gründen? Ob da Sport in der Mittagspause oder nach Feierabend getrieben wird: eine Stunde gemeinsam mit den Kollegen den Kopf frei bekommen, das tut oft dann doch besser als man sich davor vorgestellt ist.. Man kann währenddessen über geschäftliche Themen sprechen, denn in Bewegung wird oftmals anders nach gedacht. Außerdem können die Kollegen auf eine ganz andere Art und Weiße kennengelernt werden.

Wenn die Arbeit Arbeit sein soll, kann eine Sportgruppe auch mit dem Freundeskreis betrieben werden. Davon profitiert man gleich dreifach: so trifft man seine Freunde, ist in toller Gemeinschaft und tut noch etwas Gutes für die Gesundheit. Im Anschluss kann man noch einen geselligen Abend mit seiner Freundes-Sportgruppe genießen.
Als Familie kann man auch bewegungsfreudige Familienausflüge unternehmen: ob eine Wanderung, eine Fahrradtour oder ein Besuch im Spaßbad. Bewegung heißt nicht Leistungssport. Bewegung heißt Spaß zu haben, etwas für den Körper zu tun. Bei kleinen Kindern reicht es oft einen Ausflug auf den Spielplatz zu machen. Leistungssport wird denen überlassen, die Erfolg im Sport haben möchten.

Wir brauchen nicht eine Welt voller Leistungssportlern, aber eine, in der die Menschen nicht nach 50 Metern aus der Puste sind und eine Pause brauchen.

Natürlich ist mit Bewegung allein das Problem Übergewicht nicht gelöst. Dazu gehören noch gesunde Ernährung, weniger Essen und psychische Faktoren.

Was sind deine Idee für eine aktivere Freizeit. Was machst du bereits? Wo siehst du Motivationsprobleme?