Wasserhahn auf und schon ist es da: Klares, sauberes Wasser.

Wasserhahn auf und schon ist es da: Klares, sauberes Wasser.

Wer möchte, kann es nutzen um Blumen zu gießen, sich die Zähne zu putzen, sich die Hände zu waschen oder es sogar zu trinken. Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist für andere nicht vorstellbar.

In Afrika kommt zwar ab und an einmal Wasser aus dem Wasserhahn, aber trinken sollte man dieses Wasser nicht. Und bevor das Wasser aus dem Hahn kommt, muss dies erst mühselig aus dem Brunnen geschöpft werden. Ein Brunnen in Afrika entspricht aber nicht einem Brunnen, wie ihn sich hier jeder vorstellt. Nein, ein Brunnen in Afrika ist einfach ein riesiges Loch, auf dessen Grund Wasser ist. Ist der Boden trocken, steigt der Afrikaner einfach ungesichert nach unten und macht das Loch tiefer.

Was wird getan, wenn das Seil an dem der Eimer in den Brunnen gelassen wird und nicht lang genug ist, um Wasser aus dem Brunnen zu holen? Man könnte denken, dass ein längeres Seil genommen wird. Aber was tun, wenn kein längeres Seil vorhanden ist? Ein weiteres Seil an das alte knüfpen, damit man wieder bis zum Boden kommt. Aber was tun, wenn kein weiteres Seil vorhanden ist? In Afrika hängt man sich so weit in den Brunnen hinein, bis man auf den Boden kommt.

In Deutschland wird das Wasser aus Seen und Flüssen gepumpt und in einer Kläranlage gereinigt bevor es durch unsere Wasserhähne fließt. In Afrika gibt es keine Kläranlagen. Deshalb ist es auch nicht zu empfehlen, das Wasser aus dem Wasserhahn oder aus der Duschezu trinken. Wer nicht abgekochtes Wasser trinkt, kann mit unangenehmen Folgen rechnen. Durchfall ist hierbei die bekannteste Reaktion des Körpers.
Die gute Wasserversorgung ist eines der Beispiele, warum wir in Deutschland in einem sehr privilegierten Land leben.

Ich gehörte einer Jugendgruppe an, die als Chor zu Besuch in Tansania war. Diese Gruppe konnte die Situation nicht mit ansehen und hat sich spontan entschlossen, auf eigene Kosten Baumaterial zu kaufen und einen Brunnen zu bauen. Aufgrund der mangelnden Zeit, konnte der Brunnen zwar nicht fertig gestellt werden. Jedoch konnte die Einheimischen detailliert instruiert werden, wie sie den Brunnen fertig stellen können1. In den nächsten Jahren möchten einige der Jugendlichen noch einmal nach Tansania fahren, um vor Ort zu helfen. Brunnenbau, Regalbau, Knotenkunde sind nur einige der Workshops, die angeboten werden sollen.

Kennt Ihr noch weitere Länder, in denen das mit dem Wasserhahn nicht selbstverständlich ist?